Die Auferstehung der Freiwilligkeit

Nach dem Zusammenbruch 1945 zeigte sich, daß die Tradition in den Reihen der Feuerwehren erhalten geblieben war. Der Geist der Freiwilligkeit feierte Auferstehung. Die Bahn zur bewährten Überlieferung war wieder frei. Die Feuerwehren konnten nach einer 12 jährigen Zwangspause erneut Verbände mit Selbstverwaltungsrecht zur Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe werden.

Vorerst setzten die Militärregierungen die deutschen Gesetze außer Kraft und erließen neue Bestimmungen und Vorschriften auch auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens. Das Hauptziel war die Trennung von Feuerwehr und Polizei, wobei die Zusammenfassung von Feuerwehren zu größeren technischen Verbänden ebenfalls verboten war. In Anknüpfung an den bewährten Aufbau der Jahre vor 1933 erließen die Besatzer das Gesetz Nr. 41 vom 17.05.1946 über das Feuerlöschwesen. Erst sieben Monate später bestimmte die Bayerische Verfassung, daß der Feuerschutz in den Wirkungsbereich der Gemeinden fiel, also Aufgabe der gemeindlichen Selbstverwaltung war. Nach dem Grundgedanken des Gesetzes ruhte das Feuerlöschwesen wieder auf zwei Grundpfeilern: dem freiwilligen Zusammenschluß in Vereinen und der Verpflichtung der Gemeinden und Landkreise, die Mittel für einen ausreichenden Feuerschutz bereitzustellen. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. April 1949 erlaubt dem Bund nicht, ein Gesetz über den Brandschutz auf Bundesebene zu erlassen, außer es würde sich ausschließlich auf den Verteidigungsfall beziehen.

Das Gesetz unterscheidet vier Arten von Feuerwehren: Die freiwillige Feuerwehr, die Pflichtfeuerwehr, die Berufsfeuerwehr und die Werksfeuerwehr.

Der Aufgabenbereich der Wehren erweiterte sich nach dem Kriege immer mehr. Aus der geordneten Hilfeleistung bei Feuergefahr erwuchs ein neuer Wirkungskreis. Die Rettungsmaßnahmen bei Unglücksfällen, Katastrophen und öffentlichen Notständen, soweit die zuständigen Behörden dazu auffordern. Eine zweite, nicht minder wichtige Aufgabe ist die Mitwirkung bei der Brandverhütung und Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes. Den Feuerwehren fällt in besonderem die Verantwortung zu, dem Entstehen von Bränden oder feuergefährlichen Zuständen durch Aufklärung und Beratung der Bevölkerung vorzubeugen. Diesen neuen Anforderungen wird auch die Ausbildung an der Bayerischen Landesfeuerwehrschule in Regensburg gerecht, die ihr Ausbildungsprogramm entsprechend abstimmt.

1946 erfolgte zwangsläufig die 2. Wiedergründung der FFW Münchshofen nach einem Weltenbrand. Bürgermeister Franz Karl, der 1945 vom Landratsamt Burglengenfeld als Bürgermeister eingesetzt wurde und diese Aufgabe bis 1948 ausübte, hatte die "ehrenvolle" Aufgabe, das politische Leben in unserer Gemeinde zu demokratisieren. Er regte die Wiedergründung der FFW Münchshofen an. Am 14.4.1946 konstituierte sich unter seiner Leitung eine neue Vorstandschaft. Altbewährte Feuerwehrmänner übernahmen nach der Wahl wieder die Führung. Josef Schmid (Hs.-Nr. 50 1/2) erklärte sich trotz seiner 60 Jahre noch einmal bereit, den Vorstand zu übernehmen. Josef Rojer wurde Kommandant, Adolf Merl sein Stellvertreter, Alois Duschinger (Hs.-Nr. 42) übernahm das Amt des Kassiers, Wolfgang Meier (Hs.-Nr. 10) Zeugwart und Michl Duschinger (Hs.-Nr. 9 1/2) Vereinsdiener. In dieser Versammlung appellierte Bürgermeister Karl ganz besonders an die bewährten Feuerwehrmänner, den Verein neu aufzubauen und die FFW Münchshofen getreu der alten Tradition mit allen Kräften zu unterstützen.

Die Mannschaft von Stocka äußerte 1947 den Wunsch, zur alten Form zurückzukehren und als eigene Freiwillige Feuerwehr zu fungieren.

Zwei Jahre konnte Josef Schmid sein Amt noch gewissenhaft ausüben, dann raffte ihn der Tod hinweg. Seine Stelle nahm von nun an der Gastwirt Johann Hintermeier ein.

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