Die Lehrjahre immer noch aktiver Führungskräfte

Ab 17.11. 1963 übernahm der bisherige Kommandant und jetzige Ehrenvorstand Franz Erl den Verein. Sein Stellvertreter wurde Johann Hintermeier. Während Kassier und Schriftführer in ihrem Amt verblieben, wählte man Hugo Bayerl zum Kommandanten und zu seinem Stellvertreter Georg Duschinger.

Zur Verbesserung der Alarmierung ließ die Gemeinde auf dem Schulhausdach eine Sirene installieren. Vorstand Erl wies immer wieder auf die baulichen Mängel des Gerätehauses hin und betonte die Notwendigkeit eines Feuerwehrautos. Aber die finanzielle Lage der Gemeinde ließ nach Angaben von Bürgermeister Himmelhuber (Bürgermeister Georg Duschinger war aus Altersgründen zurückgetreten) vorerst keinen Gerätehaus-Neubau zu. Es kam zu heftigen Diskussionen, und man suchte einen Ausweg, diese Misere zu überbrücken.

Vorstand Erl aber gab nicht nach. Immer wieder und bei jeder Gelegenheit versuchte er dem an sich aufgeschlossenen Gemeinderat Alternativvorschläge zu unterbreiten. Schließlich gelang es ihm, einen Kreis hilfsbereiter Gemeindebürger anzusprechen, die dann in Gemeinschaftsarbeit ein neues Gerätehaus erstellten. Als am Sonntag, dem 11. August 1968, die Einweihung erfolgte, war es ein Freudentag für die ganze Ortschaft.

Die Freiwillige Feuerwehren Münchshofen, Stocka und Premberg, der Schützenverein "Bergrose" und der Burschenverein "Morgenrot" zogen mit Fahnen, vorangestellt die Werkskapelle des Eisenwerks Maxhütte und vielen Ehrengästen, zur festlich geschmückten Schloßkirche, in der Pfarrer Gruber einen Gedenkgottesdienst für die verstorbenen und gefallenen Feuerwehrmänner zelebrierte. In einer Ansprache wies 2. Bürgermeister Merl darauf hin, daß Bürgermeister Himmelhuber und der Gemeinderat trotz schwieriger finanzieller Belastungen durch den Bau der Gemeindestraßen, die Errichtung eines Sportplatzes, den Bau der Wasserversorgung und der Straßenbeleuchtung einstimmig den Bau des Feuerwehrhauses beschlossen hätten. Ohne die unentgeltliche Mithilfe vieler Gemeindebürger wäre es allerdings unmöglich gewesen, den Bau mit 36000,- DM zu erstellen.

Vorstand Erl stellte in einer Versammlung fest, daß die Feuerwehrmänner mit 2070 freiwilligen Arbeitsstunden wieder einmal ihren Idealismus bewiesen hätten. Ohne den von Schmiedemeister August Beer abgetretenen Grund wäre der Neubau nicht möglich gewesen.

In diesem Zusammenhang ehrte Vorstand Erl 5 Mitglieder für 50jährige und 40jährige treue Aktivität. Außerdem konnten eine Gruppe das silberne und zwei Gruppen das bronzene Leistungsabzeichen in Empfang nehmen.

Um unter Beweis zu stellen, daß Helfen in Feuersgefahr nicht nur eine männliche Domäne ist, schlossen sich im Jahre 1968 einsatzfreudige Frauen zu einer Frauenlöschgruppe, der 3. vollausgebildeten im Landkreis, zusammen. Mit Energie und großen Zeitopfern und unter Einsatz ihrer ganzen Person erreichten sie in kurzer Zeit das Leistungsabzeichen in Bronze - eine beachtenswerte Leistung! Somit hatte Münchshofen 7 Löschgruppen mit dem bronzenen und eine Löschgruppe mit dem silbernen Leistungsabzeichen.

Die Zusammensetzung der Vorstandschaft bei der Wahl 1968 ergab, daß Franz Erl weiterhin Vorstand blieb, sein Stellvertreter wurde Josef Kern. 1. Kommandant wurde Georg Duschinger, 2. Kommandant Hugo Bayerl. Als Schriftführer löste Albert Fleischmann seinen Vater Josef Fleischmann ab, nachdem dieser jahrelang in treuer Pflichterfüllung das Schriftwesen versehen hatte. Als 1. Kassier wurde Maria Erl und als 2. Kassier Irene Frey gewählt. Das Amt des Gerätewartes wurde von Alfred Höfler übernommen.

Mit der verwaltungsmäßigen Eingliederung der FFW Stocka in die Ortsfeuerwehr Münchshofen sind 1969 11 Löschgruppen vollausgebildet(1 Jugendgruppe mit dem bronzenen Leistungsabzeichen), wovon 9 Gruppen das bronzene und 1 Gruppe das silberne Leistungsabzeichen haben.

Am 13. Mai 1969 gellte die Feuersirene und rief die Feuerwehr Münchshofen zum Brand des Hetzeneckerhauses nach Oberhof. Im April 1970 brannte die Scheune des Landwirts Götz von Oberhof und der gewaltigste Brand war in der Nacht des 11. Mai 1970 im Anwesen Feuerer, Frauenhof, ausgelöst durch Brandstiftung. Hier zeigte sich wieder ganz deutlich, daß die Ausrüstung mit einem schnellen Fahrzeug unbedingt notwendig ist. Inzwischen hatte man in der Generalversammlung am 19. April 1970 beschlossen, ein Feuerwehrauto zu beschaffen. Mit Bürgermeister Himmelhuber wurde die Finanzierungsmöglichkeit diskutiert. Ein Feuerwehrauto konnte also bestellt werden.

Am 10. Mai 1971 war für die Ortschaft Münchshofen wieder ein großer Tag. In einer schlichten Feierstunde in Anwesenheit vieler Ehrengäste, u.a. auch des nun zuständigen 1. Bürgermeisters der Stadt Teublitz, Josef Rothauscher, wurde das festlich geschmückte neue Feuerwehrauto eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Vorstand Erl dankte allen, vor allem Bürgermeister Himmelhuber und seinen Gemeinderäten, die die Anschaffung ermöglicht hatten. Die Sicherheit des Dorfes wurde damit wesentlich erhöht. Wichtig ist aber, daß der Mensch die Technik beherrscht, weshalb die Münchshofener Wehr eifrig an ihrer Ausbildung arbeitete. Ein weiterer Erfolg stellte sich ein, als am 26. Dezember 1971 Landrat Schuierer wieder einer aktiven Gruppe das silberne Leistungsabzeichen überreichen konnte.

Die FFW hatte somit bei ihren 11 Löschzügen drei Gruppen mit dem silbernen Leistungsabzeichen (davon eine Gruppe mit Stufe III/1) und 8 Gruppen mit dem bronzenen Leistungsabzeichen (davon eine Damengruppe). Wenn in dieser Feierstunde Landrat Schuierer, KBI Schmid und Ehren-KBI Huber größte Anerkennung aussprachen, so erfüllte uns dies mit Stolz und verpflichtete uns und unsere jungen Feuerwehrkameraden, das Beste zu geben.

Der damalige Mitgliederstand der FFW Münchshofen einschließlich Stocka betrug 80 aktive und 148 passive, also zusammen 228 Mitglieder.

Das 100jährige Gründungsfest war nun in greifbare Nähe gerückt. Schon am 14. Februar 1971 begannen die Vorbereitungsarbeiten mit der Gründung eines Festauschusses. Die Leitung lag verantwortlich in den Händen des bewährten Organisationsleiters Albert Duschinger, dem es durch zahlreiche Festvorbereitungen an Erfahrung nicht fehlte und dem Vorstand Franz Erl. Durch das kameradschaftliche Zusammenstehen aller Festausschußmitglieder konnten alle Schwierigkeiten bewältigt und allen Besuchern aus nah und fern in unserem Heimatort einige glanzvolle Stunden vermittelt werden.

Bei der anläßlich des Festes stattfindenden Jubilarehrung konnten die Kameraden Leo Beer, Altbürgermeister Georg Duschinger, Franz Karl, August Beer und Alois Royer für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden.

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